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Währenddessen der „Regenmacher“ in weiten Teilen Deutschlands einen Besuch abstattete, machte er für fünf Stunden um Bielefeld einen weiten Bogen, um den 500 Zuschauern beim Deutschland-Cup der Steher ein spannendes Rennen zu ermöglichen.
Im großen Finale über 40 km - das sind 120 Runden - hatte Mario Vonhoff im Windschatten seines Nürnbergers Schrittmachers, Dieter Durst, vom Startplatz 1 eine hervorragende Ausgangsposition. 80 Runden konnte er das Tempo bestimmen und die Konkurrenz hinter sich lassen. Schon in den ersten Runden konnte er einen Angriff des Bielefelder Lokalmatadors, Jan Erik Schwarzer, abwehren. Mit Entsetzten sahen die heimischen Fans, wie Schwarzer dabei von der Rolle kam. Dank seines routinierten Schrittmachers Christian Dippel konnte er das Tempo sofort wieder aufnehmen und seine Position wieder behaupten. Nach 80 Runden war es so weit. Eine beherzte Attacke von Schwarzer leitete den Wechsel an der Spitze ein. Beim Angriff kam Vonhoff von der Rolle und büßte dadurch zwei Plätze ein. Florian Fernow, der dritte Deutsche Meister, der bei dem hohen Tempo erst einmal die Ruhe bewahrte, nutzte mit seinem Schrittmacher Karsten Podlesch die Chance und fuhr an Vonhoff vorbei auf Platz zwei.
Carsten Podlesch, der amtierende Deutsche Meister, hatte mit Startplatz 8 die denkbar ungünstigste Ausgangsposition und musste sich erst einmal durch das gesamte Fahrerfeld kämpfen. Vorbei an Fernow begab er sich auf Platz 2 in Lauerposition um einen Angriff auf Schwarzer zu starten. 10 Runden vor Schluss griff er Schwarzer an, der verzweifelt versuchte, den Angriff abzuwehren und die Spitze zu halten. Die Zuschauer riss es von den Sitzen, als ob Podlesch ein Triebwerk gezündet hatte, flog er wie eine Rakete durch das Oval. Man konnte es ihm im Gesicht ablesen, das es sein Tag war, auf der Rennbahn wo er seinen ersten Deutschen Meistertitel 1990 einfuhr, erneut den Sieg mit nach Hause zu nehmen.
Mit seinem Markenzeichen, der eiserne Wille zu siegen, fuhr er sein letztes Rennen in Bielefeld und stand am Ende auf der obersten Stufe des Siegerpodestes.
Gebührender, als mit einem Sieg konnte er sich von den Bielefelder Fans nicht verabschieden, hatten sie ihn doch Jahre lang bejubelt.
Carsten Podlesch schreibt für den Stehersport Geschichte. Denn keiner hat es bisher geschafft, soviel Deutsche Meistertitel einzufahren. Selbst seinen Vater, Rainer Podlesch, der genau so ehrgeizig war, hat er mit den Titeln übertroffen.
Der RC Zugvogel bereitete ihm einen gebührenden Abschied, an den er sich sicher immer mit Freude erinnern wird. Mit Glückwünschen des Oberbürgermeisters, von Sponsoren und dem Verein des RC Zugvogel begab sich Carsten Podlesch nach der Musik von „Time to Say Goodby“ auf seine letzte Ehrenrunde im Bielefelder Oval. Mit einem Spalier und einem hallenden Beifall verabschiedeten Fahrer, Schrittmacher und die Zuschauer den besten Steher aller Zeiten. Da blieb so manches Auge nicht trocken.
Text: Gerd Geßler
Weitere Fotos von Gerhard Ramme: siehe Link!
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