--- "Weltpokal der Steher - Forst, am 27.05.2012" ---
--- "3. Großer Preis des Industrievereins Sachsen 1828 e.V. - 02.06.2012" ---

Ex-Bahnchef Anton Auer feiert(e) am 2. Feb. seinen 75. Geburtstag

Von 1951 bis 2005 im als Aktiver und Funktionär für den Radsport im Einsatz
Nürnberg - Anton Auer, einst mehrfacher bayerischer Meister und zweifacher Deutscher Meister der Radamateure, feiert(e) am 2. Februar seinen 75. Geburtstag. Als langjähriger Bahnchef der Reichelsdorfer Radrennbahn (1986 bis 2005) und Vorsitzender des „RV Union 1886 Nürnberg“ (1970 bis 1982) hat der gebürtige Münchner, der viele Jahre auch als Funktionär für den Bayerischen Radsport-Verband im Einsatz war, ein großes Stück der fränkischen Radsportgeschichte mitgestaltet.

An sein erstes Rennen, dass er mit 14 Jahren 1951 im Trikot des „RV Solitarität München“ fuhr, erinnert sich Anton Auer noch ganz genau: „ Es lief auf Anhieb großartig. Noch im gleichen Jahr wurde ich in Augsburg südbayerischer Meister der B-Jugendklasse“, erzählt der Altmeister stolz von seinem erfolgreichen Einstand. Nach zwei Rennjahren, in denen er auch als Junior zahlreiche weitere Siege errang, wechselte Anton Auer zum „RV Sturmvogel München“, für den er 1954 die Deutsche Strassenmeisterschaft der A-Jugendklasse gewann! Trotz zahlreicher Erfolge bei Straßenrennen konzentrierte sich Anton Auer in den folgenden Jahren als Spurtstarker Amateur hauptsächlich auf den Bahnrennsport. Als Bahnspezialist zählte er mehrere Jahre zur deutschen Spitzenklasse und zur deutschen Bahn-Nationalmannschaft. 1958 krönte Anton Auer seine erfolgreiche Karriere mit dem Deutschen Tandem-Meistertitel, den er auf der Frankfurter Stadion-Bahn mit seinem Partner Walter Sonntag vor den Hannoveranern Tacke-Krüger und dem Münchnern Altweck-Jakob erkämpfte. Auch nach seinem Wechsel ins Lager der Berufsfahrer war Anton Auer einer der besten deutschen Sprinter. 1959 gewann er bei der Profi-DM die Bronzemedaille hinter Werner Potzernheim (Hannover) und Günther Ziegler 8Schweinfurt). 1960 nahm Anton Auer in Nürnberg an einen Steherlehrgang teil und fuhr zwei Jahre begeistert hinter Motoren. Bei seinen zahlreichen Starts in Nürnberg lernte er auf der Radrennbahn Charlotte Ruder vom RV Union kennen, die er 1962 heiratete und damit zum „Wahl-Nürnberger“ wurde. „ Das ist heuer genau 50 Jahre her. Unglaublich wie die Zeit verging“, staunt Anton Auer, der nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn dem fränkischen Radsport als vielseitiger Funktionär eng verbunden verblieb.

Dreizehn Jahre leitete Anton Auer als 1. Vorsitzender Nürnbergs ältesten Radsportverein „RV UNION 1886“, der unter seiner Regie stets zu Bayerns erfolgreichsten Radsportvereinen zählte. Auch beim Bayerischen Radsportverband schätzte man die zuverlässige Mitarbeit des unermüdlichen Radsport-Idealisten, der für den BRV viele Jahre als Revisor und Schatzmeister fungierte. 1986 übernahm Anton Auer von Nürnbergs Altmeister Fritz Scheller die Führung des „Verein Sportplatz “ der 1904 die Reichelsdorfer Radrennbahn erbaute und bis heute verwaltet. Als neuer Bahnchef brachte er frischen Wind in die jahrzehntelang eingefahrenen Strukturen. Mit kaufmännischem Geschick und guten Management sorgte Anton Auer als neuer Bahnchef innerhalb weniger Jahre für die dringend notwendige Sanierung der Vereins-Finanzen. Auch das interessante Rennprogramm der traditionsreichen Piste konnte sich während seiner Amtszeit sehen lassen. Frankens Radsportfans wurden in zwei Jahrzehnten alljährlich fünf gut besetzte Steher-Rennen, darunter vier Deutsche Meisterschaften geboten.

Als rühriger Bahnchef verstand es Anton Auer sehr gut auch Frankens Polit-Prominenz für den Stehersport zu begeistern. Zahlreiche Stadträte, Bundestags- und Landtags-Abgeordnete, die Ober-Bürgermeister Ludwig Scholz und Dr. Peter Schönlein folgten seinen Einladungen zur Rennbahn gerne und regelmäßig. Die einstige Familienministerin Renate Schmidt und Bayerns derzeitiger Finanzminister Markus Söder wurden echte Steherfans, die häufig zur Rennbahn kamen, soweit er’s ihr Terminkalender erlaubte. Unermüdlich und erfolgreich war Anton Auer auch bei seiner kontinuierlichen Suche nach Sponsoren. „ Die Sponsoren sind der Motor unserer Veranstaltungen“, erklärte er seinen Nachfolgern, die seine Ratschläge bis heute erfolgreich befolgen.
Von zwei Schlaganfällen im Jahr 2009 hat sich Anton Auer - mit gewissen Einschränkungen - einigermaßen gut erholt. Am meisten bedauert er es allerdings, dass er nicht mehr in den Sattel seines Rades steigen kann. Umso mehr freut er sich schon jetzt auf die diesjährige Steher-Saison am Keller. “ Zu den fünf großen Renntagen werde auf jeden Fall kommen, vor allem die Deutschen Stehermeisterschaft im Juli wird wieder ein echter Leckerbissen werden“, schwärmt der begeisterte Altmeister.
Link: www.stayer.de/manfredmarr
(31. Januar 2012, Manfred Marr)

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