--- "Mallorca´s Stehertradition soll wieder aufleben" ---
--- "3. Großer Preis des Industrievereins Sachsen 1828 e.V. - 02.06.2012" ---

Mario Vonhof wurde seiner Favoritenrolle gerecht

Steherhoffnung Christoph Schwerdt fuhr ein sehr kampfbetontes Rennen
Nürnberg – Als strahlender Sieger des „Großen Sparkassen-Preises“ wurde Mario Vonhof (Tourenklub Schwabach) hinter Schrittmacher Dieter Durst am Reichelsdorfer Keller gefeiert. Der amtierende Deutsche Meister und Vize-Europa-Meister wurde seiner Favoritenrolle gerecht und gewann nach zwei Läufen über 30 und 40 Kilometer verdient vor dem jungen Berliner Florian Fernow und dem Bielefelder Ex-Meister Jan-Eric Schwarzer. Entscheidend für Vonhofs Gesamtsieg, war der zweite Lauf über 40 Kilometer, in dem der Schwabacher in einem mitreißenden Finale buchstäblich auf den letzten Metern seinen schärfsten Rivalen Jan-Eric Schwarzer bezwang. „ In dieser Form darf Mario der Deutschen Meisterschaft, die in wenigen Wochen in Leipzig stattfindet, zuversichtlich entgegensehen“, freute sich Nürnbergs Bahnchef Andreas Zentara, der dem fränkischen Lokalmatador schon jetzt die Daumen drückt.

Einmal mehr bewiesen Mario Vonhof und sein routinierter Schrittmacher Dieter Durst ihre langjährige Erfahrung und viel taktisches Geschick. Der eindrucksvolle Sieg, den der junge Berliner Florian Fernow hinter dem Nürnberger Schrittmacher Peter Bäuerlein im ersten Lauf feierte, brachte die Lokalmatadore nicht aus der Ruhe. Im entscheidenden zweiten Lauf ließen es Vonhof/Durst zunächst erst sehr ruhig angehen. „ Die 100 Runden sind lang, da muss man den rechten Zeitpunkt für den entscheidenden Angriff abwarten“, erklärte Dieter Durst bereits vor dem Start. Und seine Strategie ging erneut auf. Während sich der Erfurter Phillip Klein, Marcel Möbus aus Forst, der Berliner Florian Fernow und der Bielefelder Jan-Eric Schwarzer immer wieder heiße Duelle um die Spitze lieferten, zogen Vonhof/Durst unbeeindruckt ihre immer schneller werdenden Runden. Erst 20 Runden vor Schluss kam das Meister-Gespann dann richtig zur Sache. Im alles entscheidenden letzten Duell mit Jan-Eric Schwarzer hatte Mario Vonhof, der jubelnd über die Ziellinie brauste, die größeren Reserven. Jan-Eric Schwarzer zeigte sich trotzdem zufrieden nachdem seine Form in den letzten Wochen wieder deutlich ansteigt. Auch Marcel Möbus konnte sich sichtlich verbessern. Der Lokalmatador der Forster Piste beeindruckte in beiden Läufen mit schnellen Runden und guter Kondition. Überraschend stark fuhr auch Ondrey Zelinka, der im tschechischen Nationaltrikot antrat. Der ehrgeizige Budweiser, dem leider die nötigen Rennen und ein Stammschrittmacher fehlen, bereitet sich gezielt auf die Europa-Meisterschaft vor, bei der er auf eine gute Platzierung hofft.
Eine sehr beachtliche Leistung bot erneut Frankens junge Steherhoffnung Christoph Schwerdt (Marinbikes Herpersdorf) hinter Schrittmacher Frank Schwarz. Seine sehr kampfbetonte Fahrweise wurde mit einem beachtenswerten sechsten Platz in der Gesamtwertung belohnt. In beiden Läufen zeigten die Neulinge Schwerdt/Schwarz sehr wenig Respekt vor ihren erfahrenen Konkurrenten und mischten – zumindest bis zur Hälfte - sehr beherzt mit. „Natürlich fehlt es uns noch immer an taktischer Erfahrung und an der Routine und das kostet viel zusätzliche Kraft. Es läuft jedoch mit jedem Rennen etwas besser bei uns und es macht immer mehr Spaß“, versicherten Christoph Schwerdt und Frank Schwarz, denen man durchaus zutrauen darf, dass sie in absehbarer Zeit als fränkische Lokalmatadore in die Fußstapfen von Mario Vonhof und Dieter Durst steigen!

Ebenfalls neun Teilnehmer gingen beim „Nachwuchs- und Quali-Rennen“ an den Start. Über 25 Kilometer erkämpfte der Nürnberger Felix Wolf (RV Union/Schrittmacher Fuchs) hinter dem Leipziger Ronny Freiesleben ( mit Weiß) den Ehrenplatz. Sein Vereinskamerad Patrick Jordan, der sein erstes Steherrennen fuhr, wurde Sechster. Mit Stefan Storck aus Mindelheim und Schrittmacher Tobias Kage aus Landshut war ein drittes bayerisches Gespann am Start, das sich ebenfalls wacker schlug. „ Wir müssen jungen Fahrern und ihren Schrittmachern so oft wie möglich Gelegenheit geben Rennen zu fahren, denn das Interesse und die nötige Begeisterung sind vorhanden“, stellte Andreas Zentara zufrieden fest. Mit ihren guten Leistungen auf den drei ersten Plätzen, empfahlen sich Ronny Freiesleben, Felix Wolf und Patrick Wolfrum aus Peitz für einen Startplatz beim „Großen Preis von Radi F“, der am 21. Juli „ am Keller“ stattfindet.

Den Sieg im „Promi-Rennen“, das zu Gunsten krebskranker Kinder stattfand, ließ sich Profi-Radlerin Stephanie Pohl von der Equipe Noris Cycling nicht nehmen, wobei Biathlon-As Andreas Birnbacher, Ex-Ski-Weltcup-Siegerin Christa Zechmeister, Ski-Sprung-Bundestrainer Wolfgang Steiert, Radio-F Moderator Günther Moosberger und Thomas Walch, Juniorchef der gleichnamige Fahrschule, wacker kämpften und spontan erklärten: „Es hat uns echt Spaß gemacht. Der Erlös kommt dem Verein Engelein zu gute, da kann man sich schon mal anstrengen“. Christa Zechmeister outete sich als langjähriger Radsportfan: „Ich habe früher im Sommer sehr viel auf dem Rad trainiert und ich fahre noch immer viel, deshalb weiß ich auch wie hart der Radsport ist“. Für einige Schrecksekunden sorgte Schrittmacher Lutz Weiß, der jedoch noch Glück im Unglück hatte, als ihn 100 Meter nach dem Ziel der Reifen am Hinterrad platzte. Den Sturz von der schweren Schrittmachermaschine steckte der Leipziger, der zunächst benommen liegen blieb, humorvoll weg: „Das ging ja noch mal gut. Ich bekam nur ein paar kleine Blessuren als ich die Piste küsste“.
Text und Fotos: Manfred M a r r
Link: www.stayer.de/manfredmarr
(18. Juni 2010, Manfred Marr)

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