--- "Weltpokal der Steher - Forst, am 27.05.2012" ---
--- "3. Großer Preis des Industrievereins Sachsen 1828 e.V. - 02.06.2012" ---

Nachbericht zum Berliner Sechstage-Rennen 2007

Jan Eric Schwarzer schreibt:

Foto: Ralf Schwarzer
Leider habe ich dieses Mal kein Tagebuch geführt wie beim Dortmunder Sechstage-Rennen. Daher schreibe ich jetzt einen Nachbericht zum Sechstage-Rennen in Berlin.

Meine Aufregung war nicht mehr so groß wie vor dem ersten Rennen in Dortmund. Und ich war froh darüber, dass ich die Halle schon von der Berliner Meisterschaft kannte. Aber es gab einen riesigen Unterschied: Während die Berliner Meisterschaft praktisch vor leeren Rängen stattgefunden hatte, veranstalteten nun 12.000 Zuschauern mit fast ebenso vielen Trillerpfeifen einen Wahnsinnslärm. Also hatte ich bei der Aufstellung zum Start ein ziemlich mulmiges Gefühl im Magen. Ich kannte diese Stimmung in Berlin nur von Erzählungen – und meine Erwartungen wurden noch übertroffen!

Zum Renngeschehen: Der erste Lauf wurde auf Anhieb sehr schnell gefahren, und es gab die erste dicke Überraschung - Giuseppe Atzeni wurde nur Letzer! Carsten Podlesch gewann das Rennen souverän und sicherte sich damit schon einen komfortablen Vorsprung vor Atzeni. Eine Erkältung, die Atzeni sich in Stuttgart eingefangen und nicht auskuriert hatte, war wohl der Grund für das schlechte Abschneiden des Europameisters.

In der zweiten Nach startete Giuseppe dann von Position eins, die er dann auch, ohne sie ein einziges Mal abgeben zu müssen, bis ins Ziel verteidigte: eine gelungene Revanche des Gespanns Dieter Durch und Giuseppe Atzeni.

In den folgenden Nächten ging die Aufholjagd weiter, und Carsten Podlsch hatte dem entscheidenden Finallauf in der Dienstagnacht nur noch einen kleinen Punkt Vorsprung.

Auch bei den nachfolgenden Platzierungen ging es sehr knapp zu, und es kam auf den letzten Rennverlauf an. Nur die beiden letzten beiden Plätze waren schon sicher vergeben: Die belegten Marc Altmann und ich. Der Nachteil davon ist, dass man als Rennfahrer selbst vom Finale nichts mitbekommt und nur an der Stimmung in der Halle erahnen kann, was vorne passiert.

Die Zuschauer im Velodrom tobten, und da war mir recht schnell klar, wer gewonnen hatte: der Lokalmatador Podlesch vor dem Schweizer Atzeni.

Eine große Überraschung gab es beim Kampf um Platz drei: Florian Fernow, der sein erstes Sechstage-Rennen fuhr, schaffte es mit einem beherzten Rennen auf Anhieb, sich am Schweizer Meister Peter Jörg (punktgleich) vorbei zu schieben. Damit standen nun zwei Berliner auf dem Treppchen, und die Zuschauer waren natürlich begeistert!

In der Endabrechnung kam Timo Schulz auf den fünften, und der holländische Meister Reinier Honig auf den sechsten Platz.

Die Rennen in Berlin wurden sehr schnell und sehr aggressiv gefahren. Die tolle Zuschauerkulisse puschte nicht nur uns Fahrer, sondern auch die Schrittmacher versuchten, immer noch ein paar Prozent mehr Leistung aus uns heraus zu kitzeln. Es ist also kein Wunder, dass wir die Schrittmacher auch gerne als Motorradrennfahrer bezeichnen.

Für mich persönlich war mein Start in Berlin ein tolles Erlebnis, und auch abseits des Holzovals wurde es nie langweilig. Trotz der Rivalität auf der Bahn ist die Stimmung unter den Fahrern bestens.

Nun heißt es die Form wahren und durchhalten, denn das erste Rennen der Sommersaison startet erst am 28. April 2007 im fernen Forst, oder, wie Marc Altmann zu sagen pflegt, in „Randpolen“.

Foto: Ralf Schwarzer
Text: Jan Eric Schwarzer

Link: www.stayer.de/schwarzer
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Link: www.stayer.de/impressionen.php?verz=Fotoserie_-_Ralf_Schw...
(05. Februar 2007, Oliverv)

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