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Schweizer Nationalhymne für André Dippel
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Zugvogel-Schrittmacher führt Giuseppe Atzeni bei der Steher-Europameisterschaft wie schon 2009 zum Titel
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Bielefeld (WB/jm). »Alles richtig gemacht«. Für Schrittmacher André Dippel (RC Zugvogel) war dieses knorrige Lob wie ein Adelsschlag. Schließlich kam es aus dem Mund seines Vaters Christian, selber früherer Welt- und Europameister der Steher.
»Voriges Jahr in Forst war's schon gut. Diesmal noch besser«, nickte Dippel senior anerkennend. Es war ein kleines Kunststück, auf der 250 Meter langen Holzbahn im niederländischen Alkmaar den EM-Titel aus dem Vorjahr verteidigt zu haben (wir berichteten bereits am Montag). »Es ist nicht unbedingt Giuseppes Bahn. Und als Titelträger bist du natürlich besonders im Visier der Mitbewerber«, berichtet Dippel von erschwerten Bedingungen beim krönenden Saisonabschluss.
Allerdings hatte die deutsch-schweizer Paarung auch mit stärkeren Auftritten der Konkurrenz aus dem Gastgeberland und aus Deutschland gerechnet. Aber diese Befürchtungen lösten sich in Luft auf. »Die Rennen haben sich zu unserem Gunsten entwickelt«, so Dippel. Dass das so war, daran hatte der 36-jährige Tischlermeister mit kluger Strategie (»Giuseppe hat mir einen super Job bescheinigt. Er vertraut mir inzwischen blind«) einen gehörigen Anteil. Wegen des mangelnden Windschattens – André Dippel: »Die Fahrer sind nur am Schieben« – kleineren Gängen und entsprechend geringeren Geschwindigkeiten ist der Schrittmacher gefordert, eine erhöhte Sensibilität für seinen Hintermann zu entwickeln. »Ich habe wirklich die Ruhe behalten, war total cool, habe geguckt, wann was möglich ist, und es bei Angriffen nicht so übertrieben wie manch anderer«, berichtet Dippel. Nach der schnellsten 40 km-Vorlaufzeit (38:12 min) führte er den Schweizer auch im einstündigen Endlauf »so schmerzfrei wie möglich« an die Spitze des Feldes, gönnte ihm nach Attacken am Limit immer wieder wertvolle Erholungszeiten. »Und das war genau richtig so«.
Weil die Harmonie zwischen Dippel und Atzeni stimmt, auch neben der Bahn gehe es kumpelhaft zu, werden die beiden in der kommenden Saison erneut zusammen fahren. »Vergolden« lassen wird sich ihr prestigereiches EM-Gold im Winter indes wohl kaum. Da es bloß noch zwei Sechs-Tage-Rennen mit Stehern im Programm gibt – in Zürich und in Berlin – hofft Dippel aber, dass die Veranstalter ihr jeweiliges Feld natürlich mit den amtierenden Europameistern aufpeppen wollen. Die noch schwammigen Überlegungen des in Alkmaar leer ausgegangenen Bundes Deutscher Radfahrer, 2011 vielleicht eine neue Qualifikationsserie ins Leben zu rufen oder deutschen Schrittmachern die Freigabe zu versagen, Fahrer anderer Nationalität zu »ziehen«, lassen André Dippel kalt. »Ich habe diesbezüglich schon eine mündliche Zusage«, möchte er auch 2011 wieder Ausrufezeichen auf der internationalen Bühne setzen. André Dippel räumt freilich ein: »Hinterher die Schweizer Nationalhmyne zu hören, ist ein komisches Gefühl«.
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Link: www.westfalen-blatt.de |
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(21. Oktober 2010, Jörg Manthey) |
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