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Walter Röhrl ließ Steher-As Mario Vonhof keine Chance
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Meister Marcel Möbus gewann „Großen Preis von Nürnberg“ |  |
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Reichelsdorfer Keller – Nicht nur die treuen Steherfans waren zum „Großen Preis von Nürnberg“ gekommen. Auch zahlreiche Motorsport-Freaks säumten diesmal die traditionsreiche 400m-Piste am Reichelsdorfer Keller, denn Walter Röhrl, Deutschlands bislang erfolgreichster Rallye-Pilot, war im Rahmenprogramm angekündigt. Der inzwischen 63-jährige Regensburger staunte nicht schlecht, als die Steher, die er erstmals sah, ihre schnellen Runden drehten: „ Das ist ja unglaublich, mit welchem Tempo und mit welcher Ausdauer die Jungs hier um die Piste brausen“, sagte die Motorsport-Legende begeistert. Der zweifache Rallye-Weltmeister und vierfache Monte Carlo-Sieger war für einen guten Zweck zur Radrennbahn am Reichelsdorfer Keller gekommen: Röhrl ist Gründungsmitglied des Vereins „Engelchen e.v.“, der seit vielen Jahren Spenden für krebskranke Kinder sammelt. „Der Erlös der heutigen Tombola und eine Spende des Nürnberger Porsche-Zentrums geht in voller Höhe an diesen Verein“, sagte Walter Röhrl, der in der Pause in einem Runden-Rekordfahren gegen den Steher-Vize-Europameister Mario Vonhof (Tourenklub Schwabach) antrat. Erwartungsgemäß konnte Walter Röhrl die von Mario Vonhof mit Schrittmacher Frank Schwarz vorgelegte Rundenzeit von 18,93 Sekunden (77km/h) locker übertreffen: Mit einem schnellen weißen Flitzer des Porsche-Zentrums Nürnberg-Erlangen fuhr Röhrl, der perfekt mit Gas und Bremse jonglierte, die 400 Meter in 13,89 Sekunden mit einem Stundenmittel von 103 Kilometern! „Mehr geht hier wirklich nicht, denn die Fliehkraft ist in den steilen Kurven einfach zu groß“, erklärte der ergraute Motorsport-Crack, den staunenden Zuschauern. Mario Vonhof nahm seine Niederlage gelassen: „ Damit hatte ich eigentlich schon gerechnet“. Viel schlimmer war für den Lokalmatador, dass wenige Stunden vor dem Start sein bewährter Stamm-Schrittmacher Dieter Durst (64) mit einem Kreislaufkollaps ausfiel. Hinter dem Nürnberger Johannes Fuchs, der als Ersatzmann sein Bestes gab, wurde Mario Vonhof im 30km- Lauf Sechster und im 40km-Finale, nach kampfreicher Fahrt sogar noch Dritter. Für einen Platz auf dem Treppchen reichte es am Ende leider nicht mehr. “Ich bin trotzdem zufrieden, dass es so gut lief und ich hoffe nur, dass Dieter bald wieder fit ist“, sagte Mario Vonhof.
In beiden Läufen, die sehr kampfbetont und spannend verliefen, zeigten sich vor allem die drei Landesmeister Mario Birrer (Schweiz), Patrick Kos (Holland) und Marcel Möbus (Deutschland) von ihrer besten Seite. Marcel Möbus, dessen DM-Sieg in Erfurt als große Überraschung galt, bewies erneut sehr eindrucksvoll, dass er inzwischen ebenfalls zur Spitzenklasse der Steher zählt. Der 34-jährige Lausitzer stieg „am Keller“ erstmals als strahlender Gesamtsieger auf das Treppchen. Mit Schrittmacher Helmut Baur aus Singen verwies Marcel Möbus den Leipziger Timo Scholz und dem neuen holländischen Meister Patrick Kos nach Punkten klar auf die Plätze. Frankens ehrgeizige Nachwuchs-Steher Sebastian Körber (AAN Racingteam Wendelstein) und Christoph Schwerdt (Marin-Bikes VfR Herpersdorf) schlugen sich in beiden Läufen sehr beachtlich und belegten im internationalen Klassefeld die Plätze sechs und sieben. Bei beiden macht sich inzwischen allerdings bemerkbar, dass sie neben ihren Starts als Steher auch ein sehr umfangreiches Programm bei Straßenrennen und Kriterien absolvieren. „Sicher war das bisher insgesamt doch etwas viel. Ich merke schon, dass die Kraft langsam nachlässt“, stellte Sebastian Körber selbstkritisch fest. Den 25 Kilometer-Lauf der Steherneulinge dominierte Ronny Freiesleben (Leipzig/ Schrittmacher Weiß, klar vor Danilo Kupfernagel (Gera/Pühringer) und den Nürnbergern Felix Wolf (RV Union/Fuchs.), Patrick Jordan RV Union/Segert) und Jan Puschmann (Marin-Bikes /VfR Herpersdorf/Grüner). „Steherrennen sind für mich wesentlich wertvoller als Training allein. Ich finde es toll, dass es am Keller immer wieder diese Nachwuchs-Läufe gibt“, freute sich der erst 19-jährige Patrick Jordan, der schmunzelnd hinzufügte: „ Es sieht alles viel leichter aus als es ist“.
Bahnchef Andreas Zentara, der mit Mittelfrankens Bezirkstags-Präsidenten Richard Bartsch, Nürnbergs Bürgermeister Clemens Gsell und Bezirksrätin Amelie Weiß drei prominente Gäste begrüßen konnte, hatte mit seinen Getreuen vom „Verein-Sportplatz“ wieder ganze Arbeit geleistet. Trotzdem wäre die gesamte Veranstaltung um ein Haar noch in Schwierigkeiten geraten: Am Mittwochnachmittag musste Andreas Zentara persönlich beim Nürnberger Ordnungsamt erscheinen. „ Irgendjemand hatte dem Amt per Fax gemeldet, dass wir heute Abend am Keller ein Autorennen veranstalten. Das wäre auf unserer Bahn nicht genehmigt worden. Zum Glück konnte ich die Behörde doch noch davon überzeugen, dass Walter Röhrls Start, kein Autorennen sondern nur eine kurze Einlage im Gesamtprogramm ist“, erzählte Zentara sichtlich erleichtert.
Text und Fotos: Manfred M a r r
Gesamt-Ergebnis des „Großen Preis von Nürnberg“:
1. Marcel Möbus (Forst) mit Schrittmacher Baur 4 Punkte, 2. Timo Scholz (Leipzig) mit Podlesch 6 P., 3. Patrick Kos (Holland) mit Kos sen. 7 P., 4. Mario Vonhof (Schwabach) mit Fuchs 9 P., 5. Mario Birrer (Basel) mit Weiß 10P., 6. Sebastian Körber (AAN-Racingteam Wendelstein) mit Pühringer 11 P., 7. Chritsoph Schwerdt (Marin Bikes VfR Herpersdorf) mit Schwarz 15 Punkte. Ausgeschieden: Tim Van der Zamden (Holland) und Peter Jörg (Schweiz).
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(20. August 2010, Manfred Marr) |
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